GEAK Plus & Fördergelder Renovation
15.07.2026

Autor/-in
Cyrill Lanz
Kategorien
- Kauf
- Markt
Energetisch sanieren ist in der Schweiz längst keine Frage des Umweltbewusstseins allein mehr. Steigende Energiepreise, verschärfte kantonale Vorschriften und die zunehmende Bedeutung des Energieausweises bei Immobilientransaktionen machen die Sanierung von Wohn- und Renditeliegenschaften zu einem wirtschaftlich wie strategisch relevanten Thema. Dieser Beitrag erklärt, was der GEAK Plus ist, warum er bei jeder Renovationsplanung an erster Stelle stehen sollte, wie die Förderlandschaft in der Schweiz funktioniert und wie Sie als Privateigentümerin, Privateigentümer oder Immobilieninvestorin beziehungsweise -investor Ihre Massnahmen so planen, dass Sie Fördergelder zuverlässig sichern, Ihr Budget schützen und gleichzeitig den Wert Ihrer Liegenschaft nachhaltig steigern.
Das Wichtigste in Kürze
- Der GEAK Plus ist in der Schweiz die entscheidende Grundlage, um kantonale und nationale Förderbeiträge für energetische Sanierungen zu beantragen.
- Fördergelder müssen zwingend vor Baubeginn beantragt werden: Wer zuerst renoviert und danach um Unterstützung ersucht, geht in der Regel leer aus.
- Eine professionelle Planung mit GEAK Plus schützt Ihr Budget, indem sie Massnahmen priorisiert, Förderlücken schliesst und unnötige Investitionen vermeidet.
Was ist der GEAK Plus?
Der GEAK – Gebäudeenergieausweis der Kantone – ist ein standardisiertes Schweizer Instrument, das den energetischen Zustand eines Gebäudes auf einen Blick sichtbar macht. Er bewertet die Gebäudehülle und den Gesamtenergiebedarf auf einer Skala von A (sehr effizient) bis G (sehr ineffizient) und gibt Eigentümerinnen und Eigentümern, Käuferinnen und Käufern sowie Fachleuten eine unmittelbare Orientierung über den energetischen Ist-Zustand einer Liegenschaft. Der GEAK Plus geht einen entscheidenden Schritt weiter: Er enthält zusätzlich einen individuellen Beratungsbericht, der von einer zertifizierten Fachperson erstellt wird, konkrete Sanierungsmassnahmen aufzeigt, deren Wirtschaftlichkeit bewertet und eine sinnvolle Umsetzungsreihenfolge vorschlägt. Im Kern liefert der GEAK Plus das, was jeder soliden Renovationsplanung ohne ihn fehlt: eine neutrale, datenbasierte Grundlage.
Für Privateigentümerinnen und -eigentümer bedeutet das, dass sie vor einer Sanierungsentscheidung genau wissen, wo ihr Gebäude energetisch steht, welche Massnahmen den grössten Hebel haben und welche Fördergelder konkret beantragt werden können. Für Investorinnen und Investoren mit einem Liegenschaftsportfolio ist der GEAK Plus darüber hinaus ein strategisches Steuerungsinstrument: Er ermöglicht es, mehrere Objekte zu priorisieren, Sanierungsbudgets gezielt einzusetzen und den Wertzuwachs pro investiertem Franken zu maximieren.
GEAK Plus als Türöffner für Fördergelder
Die Schweizer Förderlandschaft für energetische Sanierungen ist vielfältig, aber auch komplex. Der wichtigste nationale Pfeiler ist das Gebäudeprogramm, das vom Bund und den Kantonen gemeinsam getragen wird. Es unterstützt Massnahmen wie die Verbesserung der Gebäudehülle (Dämmung von Dach, Wand und Boden), den Ersatz von fossilen Heizanlagen durch erneuerbare Systeme sowie den Einbau von Haustechnik auf dem Stand der Technik. Hinzu kommen kantonale Förderprogramme, die je nach Wohnort erheblich variieren und in manchen Kantonen eine bedeutende zusätzliche Finanzierungsquelle darstellen.
Profitieren Sie von unserem 48-Stunden-Vorteil mit einem persönlichen Suchauftrag – erhalten Sie die neuesten Immobilienangebote, bevor sie auf den öffentlichen Immobilienportalen erscheinen.
Fördergelder richtig beantragen: Schritt für Schritt zur gesicherten Finanzierung
Der erste Schritt: Bestandsaufnahme mit dem GEAK Plus
Bevor Sie irgendwelche Offerten einholen, Handwerker beauftragen oder Bankgespräche führen, sollte der GEAK Plus auf dem Tisch liegen. Die Investition amortisiert sich in praktisch allen Fällen sehr schnell, denn sie verhindert teure Planungsfehler und legt die Grundlage für Förderanträge, die ein Vielfaches dieser Kosten einbringen können.
Die GEAK-Fachperson besucht das Objekt, erhebt alle relevanten Gebäudedaten und erstellt darauf aufbauend den Beratungsbericht mit konkreten Handlungsempfehlungen. Dieser Bericht enthält typischerweise mehrere Sanierungsvarianten mit unterschiedlichen Investitionsniveaus, jeweiligen Energieeinsparpotenzialen und einer Einschätzung der erzielbaren Fördergelder. Damit haben Sie als Eigentümerin oder Eigentümer eine fundierte Entscheidungsgrundlage, die weit über das hinausgeht, was ein einfaches Angebot eines Handwerkbetriebs liefern kann.
Förderantrag stellen – und zwar rechtzeitig
Sobald der GEAK Plus vorliegt und Sie sich für eine Sanierungsvariante entschieden haben, geht es darum, die Förderanträge fristgerecht einzureichen. Je nach Kanton und Programm ist dies über kantonale Energiefachstellen, das nationale Gebäudeprogramm-Portal oder spezifische Gemeindeanlaufstellen möglich. Die Antragsstellung selbst kann aufwendig sein: Es braucht technische Beschriebe, Kostenschätzungen, allenfalls Grundrisspläne und natürlich den GEAK Plus als Beilagendokument.
Investorinnen und Investoren mit mehreren Liegenschaften empfiehlt sich an dieser Stelle, die Antragsstellung zu koordinieren und zu staffeln – einerseits um Förderbudgets der Kantone optimal zu nutzen (diese sind teilweise kontingentiert), andererseits um die eigenen Kapazitäten in der Projektabwicklung nicht zu überlasten. Wer mehrere Objekte gleichzeitig in der Pipeline hat, sollte prüfen, welche Liegenschaften in welchem Kanton die höchsten Förderquoten erzielen, und dort prioritär beginnen.

GEAK Plus und Immobilienwert: Was Käuferinnen, Käufer und Investorinnen, Investoren wissen müssen
Ein Aspekt, der im Kontext von GEAK Plus und Renovation oft unterschätzt wird, ist der direkte Einfluss auf den Marktwert einer Liegenschaft. Markterfahrungen zeigen konsistent, dass energetisch gut bewertete Gebäude bei Verkauf oder Vermietung höhere Preise erzielen als vergleichbare Objekte mit schlechterem Energieausweis. Die Energieklasse einer Immobilie ist für Käuferinnen und Käufer zunehmend ein Kaufargument – nicht zuletzt, weil energetisch ineffiziente Gebäude mit absehbaren Sanierungskosten behaftet sind, die sich Interessenten bei der Preisverhandlung prompt in Abzug bringen.
Für Immobilieninvestorinnen und -investoren bedeutet eine verbesserte Energieklasse doppelte Rendite: einerseits durch günstigere Betriebskosten (die bei Mietobjekten oft den Nebenkosten zugutekommen), andererseits durch eine höhere Verkehrswerteinschätzung und damit bessere Belehnungsmöglichkeiten bei der Bank.
Wer eine Liegenschaft kauft oder verkauft, sollte den GEAK-Status daher von Anfang an in die Transaktion einbeziehen. Bei BETTERHOMES gehört die energetische Einschätzung eines Objekts zur umfassenden Beratung dazu, denn ein realistisches Bild des Marktwerts ergibt sich nur dann, wenn absehbare Investitionsbedarfe – und verfügbare Fördergelder – in die Betrachtung einfliessen.
Praktische Empfehlungen: So gehen Sie jetzt vor
Wenn Sie als Eigentümerin, Eigentümer oder Investorin beziehungsweise Investor den nächsten Schritt planen, empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen, das Planung, Förderantrag und Finanzierung als zusammenhängende Einheit begreift und nicht als separate, voneinander unabhängige Schritte.
Der sinnvollste Einstieg ist die Beauftragung eines zertifizierten GEAK-Experten oder einer GEAK-Expertin, die das Gebäude aufnimmt und den GEAK Plus erstellt. Auf Basis dieses Berichts lässt sich dann gemeinsam mit einem Energieberater oder einer Energieberaterin entscheiden, welche Sanierungsvariante den besten Kosten-Nutzen-Wert erzielt, welche Fördergelder beantragt werden können und in welcher Reihenfolge die Massnahmen umgesetzt werden sollen. Erst dann sollten Offerten eingeholt, Handwerker ausgewählt und Baubewilligungen beantragt werden.
Fazit
Energetisch sanieren lohnt sich – aber nur, wenn die Grundlagen stimmen. Der GEAK Plus liefert die sachliche Basis, auf der eine sinnvolle Renovationsplanung aufgebaut werden kann: Er zeigt den tatsächlichen energetischen Zustand eines Gebäudes, gibt Orientierung darüber, welche Massnahmen den grössten Effekt haben, und öffnet den Weg zu kantonalen und nationalen Fördergeldern, die ohne dieses Dokument in vielen Fällen gar nicht erst zugänglich sind. Wer den GEAK Plus frühzeitig einholt und den Förderantrag vor Baubeginn stellt, schützt sein Budget, vermeidet Fehlinvestitionen und schöpft die verfügbare Unterstützung vollständig aus.
Als ersten Schritt empfiehlt sich eine realistische Einschätzung des aktuellen Marktwerts der eigenen Liegenschaft. BETTERHOMES bietet dafür eine kostenlose Immobilienbewertung an – wahlweise online oder persönlich vor Ort.
Obwohl dieser Beitrag sorgfältig recherchiert wurde, kann keine Garantie für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Informationen übernommen werden. BETTERHOMES übernimmt keine Haftung für allfällige Schäden oder Konsequenzen, die sich aus der Nutzung dieser Informationen ergeben. Der Beitrag ersetzt keine rechtliche Beratung.
Sie sind auf der Suche nach einem passenden Zuhause? Wir unterstützen Sie gerne bei der Suche mit unserem kostenlosen Suchauftrag mit 48h-Vorteil.
Autor/-in
Cyrill Lanz
Kategorien
- Kauf
- Markt



